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Pressemitteilung

Mehr Freiflächen, Pflanzen und Bäume – ÖDP-Kreisverband diskutiert Schutz vor Extremwetterereignissen

Müssen wir aufgrund des fortschreitenden Klimawandels auch bei uns im Landkreis mit Überflutungen wie jüngst in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz rechnen? Und wenn ja, was können wir tun, um unsere Städte und Gemeinden dagegen zu wappnen? Diese Fragen diskutierte der ÖDP-Kreisverband mit interessierten Gästen bei seinem August-Stammtisch.

überfluteter Park, Pixabay

In einem Impulsreferat beschrieb die Brucker Klimaschutzreferentin Alexa Zierl die spezielle Wetterlage, die zu den andauernden und überaus starken Regenfällen geführt hatte. Anschaulich erläuterte Sie, wie der fortschreitende Klimawandel die zunehmende Erwärmung des Mittelmeeres begünstige und zur Verlangsamung des Jetstreams beitrage – zwei Faktoren, die in Zukunft wohl immer häufiger zu extremen Wetterlagen führen dürften.


"Wir müssen uns also darauf einstellen, dass solche lang andauernden und starken Regenfälle auch uns heimsuchen können", so Zierl. Die Brucker ÖDP habe deshalb vor Kurzem einen Antrag im Stadtrat eingereicht, der den Hochwasserschutz sowohl in der Bauleitplanung als auch bei Baugenehmigungen stärker in den Fokus rücken möchte. Zukünftig sollen nicht nur Risikogebiete für 100-jährige Hochwasser berücksichtigt werden, sondern auch die sogenannten "HQextrem"-Flächen, also Gebiete, die bei noch seltenerem Hochwasser oder bei Extremereignissen überflutet werden.


Auch darf Hochwasserschutz nicht allein auf Fluss-Hochwasser ausgerichtet sein, sondern muss auch die Wassermassen einbeziehen, die bei Starkregen von den Hängen herabströmen, erinnert ein Teilnehmer aus Grafrath. Ausgehend von eigenen Erfahrungen regt er an, den Keller schon vorsorglich unter dem Gesichtspunkt "Was passiert, wenn alles unter Wasser steht" anzuschauen. Hilfreiche Informationen hierzu findet man beispielsweise auf der Internetseite des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim.


Die Pressesprecherin des Kreisverbands, Susanne Tannenberger, verwies auf eine Idee, die jüngst in einem Expertenbeitrag im Bayerischen Rundfunk vorgestellt wurde. „Als ÖDP setzen wir uns ja schon seit langem für mehr Grünflächen in den Städten ein, auch um der zunehmenden Überhitzung entgegenzuwirken. Doch Grünflächen können auch als natürlicher Hochwasserschutz dienen, wenn diese tiefer liegen als das übrige Stadtgebiet“ so die Pressesprecherin.


Hochwasserschutz dürfe jedoch nicht allein Sache der Kommunen sein. „Es wäre sicherlich hilfreich, wenn Hochwasserschutz schon bei der Planung von Seiten der Landes- und Bundesregierung unterstützt würde und Gelder nicht erst zur Behebung der Schäden fließen“, wünschte sich Gabriel Sailer, ÖDP-Bürgermeisterkandidat aus Olching. "Bei großen Parkplätzen wie dem Brucker Volksfestplatz könnte beispielsweise auf einem Teil der Fläche ein Parkhaus errichtet und der Rest entsiegelt werden. Aber das kostet Geld, das packen die Kommunen von sich aus nicht an", so Sailer.


Fazit des Abends war sicherlich, dass Hochwasserschutz auch bei uns in der Region einen immer wichtigeren Stellenwert erhält. Und dass wir alle gefragt sind bei dieser Aufgabe – wir Bürger ebenso wie unsere Kommunen und unsere Landes- und Bundesregierung!